GIS2 2011 Gruppe 6: Attraktivste Wohnlagen

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BEWERTUNGSPHASE

Thema

Jedermann ist auf der Suche nach seinem trautem Heim. Diese Untersuchung soll aufzeigen, wo sich in der Region Winterthur die bestehenden und potentiell attraktivsten Wohnlagen befinden.

Stakeholder

Unser Ergebnis soll den Wohnraumsuchenden und Neuzuzüglern in der Region eine Hilfe sein, die attraktivsten Wohnlagen zu finden. Zudem soll es den Planungsbehörden ein Überblick verschaffen, wo sich Gebiete befinden, die sich für Neueinzonungen von attraktivem Bauland potentiell eignen würden.

Bewertung

Bewertungsfaktoren

Bewertungsinhalt

Die Bewertung unterscheidet über Farbstufen gute von schlechten Standorten.

  • Guter Standort: grün (100 Punkte)
  • Schlechter Standort: rot (0 Punkte)


Lärm

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: wenig Lärm
  • schlecht: viel Lärm

Datengrundlage:

  • Lärmkataster Bund BAFU (Strassen-, Bahn- und Fluglärm am Tag)

Anmerkung: Bei der Berechung wurden die Lärmwerte in Dezibel (dB) einfach miteinander addiert. Das ist mathematisch nicht ganz korrekt, da Dezibel eine logarithmische Einheit ist. Desweiteren wurde der Strassenlärm gegenüber dem Bahn- und Fluglärm dreimal mehr gewichtet, da er wesentlich häufiger und länger in Erscheinung tritt.

Strassen-, Bahn- und Fluglärm

Werte (dB) Punkte

0-20

100

20-40

75

40-60

50

60-80

25

80-100

0

Ergebnis: Lärm


Besonnung

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: 90°-270° (Osten bis Westen)
  • schlecht: 270°-90° (Westen bis Osten)

Datengrundlage:

  • Digitales Höhenmodell (SWISSTOPO_DHM25)
Werte (°) Punkte

0-45

0

45-90

10

90-135

30

135-180

60

180-225

100

225-270

100

270-315

30

315-360

10

Ergebnis: Besonnung


Aussicht

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: Bergspitzen zu sehen
  • schlecht: kein Sichkontakt zu Bergspitzen

Datengrundlage:

  • Digitales Höhenmodell (SWISSTOPO_DHM25)
Werte Punkte

3 Bergspitzen sichtbar

100

2 Bergspitzen sichtbar

66

1 Bergspitze sichtbar

33

keine Bergspitze sichtbar

0

Ergebnis: Bergspitzen Aussicht


Hangneigung

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: flaches Gelände
  • schlecht: steiles Gelände

Datengrundlage:

  • Digitales Höhenmodell (SWISSTOPO_DHM25)
Werte (°) Punkte

0-5

100

5-10

50

10-25

10

25-180

0

Umrechung Grad zu Prozent:Media:Grad-Steigung(Prozent).pdf

Ergebnis: Hangneigung


Bildungsangebot

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: Bildungsangebote in der Nähe
  • schlecht: keine Bildungsangebote in der näheren Umgebung

Datengrundlage:

  • kantonaler Richtplan Kanton Zürich
  • regionaler Richtplan Kanton Zürich
Werte (m) Punkte

0-600

100

600-1200

80

1200-1800

60

1800-2400

40

2400-3000

20

>3000

0

Ergebnis: Bildungsangebot


Kulturelle Einrichtungen

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: kulturelle Einrichtungen in der näheren Umgebung
  • schlecht: keine kulturelle Einrichtungen in der Nähe

Datengrundlage:

  • kantonaler Richtplan Kanton Zürich
  • regionaler Richtplan Kanton Zürich
Werte (m) Punkte

0-600

100

600-1200

80

1200-1800

60

1800-2400

40

2400-3000

20

>3000

0

Ergebnis: Kulturelle Einrichtungen


Luftbelastung

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: wenig Luftbelastung
  • schlecht: viel Luftbelastung

Datengrundlage:

  • IMMISSION_NOX_2010
NOx-Klasse Punkte

1

100

2

80

3

60

4

40

5

20

6

0

Ergebnis: Luftbelastung


Erreichbarkeit ÖV

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: kurzer und flacher Weg zu ÖV-Haltestellen
  • schlecht: langer und steiler Weg zu ÖV-Haltestellen

Datengrundlage:

  • OEV_HALTESTELLEN_P


Bus, Postauto, Trolley-Bus

Werte (m) Punkte

0-100

100

100-200

80

200-300

60

300-400

40

400-500

20

>500

0


Bahn

Werte (m) Punkte

0-300

100

300-600

80

600-900

60

900-1200

40

1200-1500

20

>1500

0

Ergebnis: Erreichbarkeit ÖV


Freizeit & Erholung

Bewertungsüberlegungen:

  • gut: nahe Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten
  • schlecht: keine Freizeit- und Erholungsgebiete in der näheren Umgebung

Datengrundlage:

  • regionaler Richtplan Kanton Zürich
  • WALD_WNB
  • V25_GEWAESSER
Werte (m) Punkte

0-600

100

600-1200

80

1200-1800

60

1800-2400

40

2400-3000

20

>3000

0

Ergebnis: Freizeit und Erholung

Faktorkombination: Gewichtung und Überlagerung

Die Faktoren werden in der Kombination folgendermassen gewichtet:

Faktor Gewichtung (%)
Lärm 15
Besonnung 10
Aussicht 15
Hangneigung 5
Bildungsangebot 10
Kulturelle Einrichtungen 5
Luftbelastung 5
Erreichbarkeit ÖV 20
Freizeit & Erholung 15

Bewertungsmodell

Bewertungsmodell



























Model Report

Ausdruck: Model Report

Schlussüberarbeitung Bewertungsdatensatz

Für die weitere Bearbeitung wurden die Werte zwischen 0 und 100 in sechs mengenmässig gleich grosse Gruppen (Quantile) reklassiert. Die neuen Werte haben nun folgende Bedeutung:

Werte Bedeutung

0

keine Potenziale

1

kaum Potenziale

2

geringe bis mittelere Potenziale

3

mittlere Potenziale

4

mittelere bis hohe Potenziale

5

höchste Potenziale


Ergebnis Bewertung

Bewertungskarte


















Fazit

Das Ergebnis zeigt auf, dass es in der Region Winterthur viel attraktiver Wohnraum hat. Wohnraumsuchende in der Stadt Winterthur werden vor allem rund um das Zentrum nach attraktiven Wohnlagen fündig. Speziell erwähnenswert ist die Gemeinde Pfungen, welche sich in der Bewertungskarte als sehr unattraktive Wohnlage präsentiert.

Aus planerischer Hinsicht zeigt sich ein grosses Potential für Neueinzonungen von weiteren neuen attraktiven Wohnräumen. In der Stadt Winterthur selbst gibt es noch Baulücken und Verdichtungsmöglichkeiten.


ENTWURFS- UND PLANUNGSPHASE

Entwicklungsvision Region Winterthur

In der zweiten Phase ging es darum für die Region Winterthur eine Entwicklungsvision zu erstellen, wobei folgender Katalog als Vorgabe galt: Planprogramm

Der Umgang mit dem zusätzlichen Variablen Teil für 5'000 Einwohner ist hier einzusehen: Zusätzlicher Teil Planprogramm


Für die Bestimmung der geeigneten Standorten der verschiedenen Themeninhalten des Planungsprogrammes (Wohnen, Arbeit und Dienstleistung, öffentliche Bauten und Anlagen, Verkehr, Erholung, Natur und Landschaft) wurden mit der Toolbox-Abfrage Raster Calculator ermittelt. Als Grundlagen wurden auch die Bewertungsrasterdaten der anderen Gruppen verwendet. Diese Bewertungsgrundlagen wurden in der vorangehenden Bearbeitungsphase erstellt. Als weitere Grundlage zur Beurteilung der geeigneten Gebiete diente auch der Rahmennutzungsplan (Beispielsweise keine Flächen auf Wald, Strassen und Schienen).


Folgende Bewertungsrasterdaten wurden verwendet:

1. Potential neue Wohnsiedlung: nur ausserhalb Bauzone

2. Verdichtungspotential: nur innerhalb Bauzone

3. ÖV-Qualität

4. Sport- und Erholungsgebiete: aus Sicht Bevölkerung

5. Potential Naherholung: aus Sicht Natur

6. Attraktivste Wohnlage: innerhalb und ausserhalb Bauzone

7. Biodiversität

Kriterien für eigene Planung

Wohnen
Nr. Bereich Einbezogene Bewertungsmodelle Überlegungen Optimierungsmöglichkeit
11 Siedlungsverdichtungsgebiete (+ 75 P/ha) (Verdichtungspotential >= 4) & (Attraktivste Wohnlagen >= 3) Möglichst zentrumsnahe Gebiete, gute ÖV-Erschliessung -
12 Gebiete 'Elitäres Wohnen' (bis 10 P/ha) (Sport- und Erholungsgebiete >= 3) & (Attraktivste Wohnlagen = 5) & (Biodiversität <= 2) Sportangebote, Kulturelle Einrichtungen, Erholung, Bildung Topographie
13 Wohngebiete mit hoher Dichte (bis 150 P/ha) (Sport- und Erholungsgebiete >= 3) & (Attraktivste Wohnlagen >= 3) & (Biodiversität <= 2) in Landwirtschaftszone (von Auge) Zentrumsnähe
14 Wohngebiete mit mittlerer Dichte (bis 75 P/ha) (Sport- und Erholungsgebiete >= 3) & (Attraktivste Wohnlagen >= 4) & (Biodiversität <= 2) In Landwirtschaftszone (von Auge) Zentrumsnähe
15 Wohngebiete mit geringer Dichte (bis 25 P/ha) (Sport- und Erholungsgebiete >= 3) & (Attraktivste Wohnlagen = 5) & (Biodiversität <= 2) In Landwirtschaftszone (von Auge) Zentrumsnähe


Arbeit und Dienstleistung
Nr. Bereich Einbezogene Bewertungsmodelle Überlegungen Optimierungsmöglichkeit
21 Gewerbe-, Dienstleistungs- oder Industriegebiete (ÖV-Qualität >= 2) & (Attraktivste Wohnlagen <= 3) & (Biodiversität <= 2) Ausserhalb vom Zentrum, gute ÖV-Erschliessung, geringe Biodiversität In Nähe von bestehenden Gewerbe-, Dienstleistungs- oder Industriegebiete
22 Neues Gross-Einkaufszentrum (Glatt2) (ÖV-Qualität >= 3) & (Attraktivste Wohnlagen <= 3) & (Biodiversität <= 2) Gute ÖV-Erschliessung, geringe Biodiversität In Nähe von bestehenden Gross-Einkaufszentren
23 Neues Forschungs- und Technologiezentrum - FHW (ÖV-Qualität >= 3) & (Biodiversität <= 2) Gute ÖV-Erschliessung, geringe Biodiversität In Nähe von bestehenden Forschungs- und Technologiezentren


Öffentliche Bauten und Anlagen
Nr. Bereich Einbezogene Bewertungsmodelle Überlegungen Optimierungsmöglichkeit
31 Neue kulturelle Einrichtung (ÖV-Qualität >= 3) & (Attraktivste Wohnlagen <= 4) & (Biodiversität <= 2) Gute ÖV-Erschliessung, geringe Biodiversität, Nähe zu attraktivste Wohnlagen Nähe zum Zentrum von Winterthur


Verkehr
Nr. Bereich Einbezogene Bewertungsmodelle Überlegungen Optimierungsmöglichkeit
41 Gebiete für Langsamverkehr (Potential Naherholung >= 4) Potenzielle Naherholungsgebiete in Zentrumsnähe für Spazierfreudige -
42 Gebiete für ÖV-Aufwertung (ÖV-Qualität <= 1) Schlecht erschlossene ÖV-Gebiete -
43 Strassen von Auge - -
44 ÖV-Haltestellen (ÖV-Qualität <= 1) Schlecht erschlossene ÖV-Gebiete -


Erholung
Nr. Bereich Einbezogene Bewertungsmodelle Überlegungen Optimierungsmöglichkeit
51 Allg. Erholungsgebiete (Parks, Picknik, Baden, etc.) (Potential Naherholung >= 4) Abseits des Zentrums, Naturnähe ÖV-Erschliessung
52 Sportplatz (Fussball/Tennis/etc.) (Potential Naherholung >= 4) & (ÖV-Qualität >= 3) Gute ÖV-Erschliessung Nähe zum Zentrum
53 Golfplatz (Potential Naherholung >= 3) Abseits des Zentrums ÖV-Erschliessung
54 Biketrail (Potential Naherholung >= 4) Verbindung Winterthur - Embrach ÖV-Erschliessung


Natur- und Landschaft
Nr. Bereich Einbezogene Bewertungsmodelle Überlegungen Optimierungsmöglichkeit
61 Neue Naturschutz-Biotopflächen (Biodiversität >=5) Hohe Biodiversität Ausserhalb Siedlungsgebiet
62 Ausdolung und/oder Bachrevitalisierung (Potential Naherholung <= 2) - -
63 Fördergebiete für ökologischer Ausgleich ca. 10% der LN (Biodiversität >= 1) Ausserhalb Siedlungsgebiet, geringe Biodiversität -

Ergebnis eigene Planung

Unter der Berücksichtigung der oben erwähnten Faktoren und Bewertungen resultiert folgender Plan daraus:

Planung Entwicklungsvision Winterthur























WIRKUNGSANALYSE

Wirkungsmatrix

In einer Wirkungsmatrix werden die einzelnen Auswirkungen (gemäss Planungsprogramm) in Bezug auf die "Attraktivste Wohnlagen" gewertet.


Wirkungsmatrix























Auswirkungen

Basierend auf der Bewertungsmatrix für die "Attraktivste Wohnlagen" wird nun mit jedem der von den Gruppen erstellten Visionsplänen eine Wirkungsanalyse durchgeführt. Anhand dieser kann nun aufgezeigt werden, wie günstig sich die unterschiedlichen Visionspläne jeweils auf in Bezug auf die attraktivste Wohnlage auswirken.

Wirkungpläne mit Bewertungsmatrix Attraktivste Wohnlagen












Rangliste der Planungen


SWOT-ANALYSE

Die SWOT-Analyse zeigt die Stärken, Schwächen, Chancen sowie die Gefahren des Bewertungsmodells "Attraktivste Wohnlagen":

Was ist? Was könnte?

Stärken (Strengths):

Chancen (Oppurtunities):

  • Die Verortung der attraktivsten Wohnlagen ist möglich
  • Unter Berücksichtigung relativ vieler Faktoren wurden die attraktivsten Wohnlagen ausgemacht
  • Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass keine Flächen auf Wald, Strassen und Schienen ausgeschieden wurde
  • Die Planung erfolgte durch die Beachtung des Zonenplanes
  • Es ist ersichtlich, welche Schlussgewichtung bei den jeweiligen Faktoren vorgenommen wurde
  • Die Aussicht auf die Bergspitzen wurde miteinbezogen
  • Das Modell könnte in Zukunft als wertvolle Grundlage den Planungsbehörden dienen
  • Die Bewertungskarte könnte in Zukunft als wertvolle Grundlage den Bewohnern und Neuzuzüglern dienen
  • Interessant wäre eine Weiterverfolgung der Aussichtspunkte mit umliegenden Berggipfeln ausserhalb des Perimeters
  • Einfaches Ergänzen zusätzlicher Faktoren möglich
  • Es könnten weitere Faktoren, wie nicht ionisierende Strahlung, Entsorgungsanlagen und Einkaufmöglichkeiten ergänzt werden

Schwächen (Weaknesses):

Gefahren (Threats):

  • Weiche Faktoren, wie sozialer Brennpunkt konnten nicht ins Modell einfliessen
  • Die Besonnung und die Hangneigung wurden als einzelne Faktoren berücksichtigt
  • Bei einer Weiterentwicklung des Modells könnten Fehlinterpretationen des bestehenden Modells gemacht werden
  • Eine genauere Plausibilitätsprüfung einzelner Gebietsergebnisse sind notwendig um Fehlplanungen zu umgehen


FAZIT

Abschliessend kann gesagt werden, dass das Steinitz-Framework eine einfache, gut nachvollziehbare, grafische Darstellung der Ergebnisse ist. Sie kann als wertvolle Diskussionsgrundlage für Entscheidungsträger herangezogen werden. Die Arbeitsteilung bei der Erarbeitung des Modells ermöglicht eine hohe Kosten- und Zeiteffizienz. Der modulare Aufbau bewährt sich insbesondere bei grossen Projekten. Dieser lässt sich bei Bedarf systematisch erweitern und bietet auch anderen Fragestellungen (Sozial-, Finanz-, Bildungspolitik...) eine gute Datenbasis für weitere Analysen.