Team 07 2018

Aus GISpunkt HSR
Wechseln zu: Navigation, Suche


Impressum

Hochschule für Technik Rapperswil

Modul: Viskom 3
Thema: Politologie
Studierende: Arnold Cédric | Oldani Fabio | Siedler Noah
Dozent: Claudio Büchel
Datum: 19.12.2018

Aufgabenstellung

Im Rahmen des Moduls Viskom 3 soll eine eigenständige raumplanerische Fragestellung mit Hilfe des Programms ArcMap gelöst werden.

Perimeter
Der Bearbeitungsperimeter ist die gesamte Schweiz, es werden die Resultate der eidgenössischen Abstimmungen verwendet.

Thema
Für das Modul Viskom 3 soll mithilfe von ArcMAP analysiert werden, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Abstimmungsverhalten bei eidgenössischen Abstimmungen und der direkten Betroffenheit dieser zu finden ist. Dazu werden exemplarisch die Resultate der Masseneinwanderungsinitiative mit den Ausländeranteilen sowie die Resultate der Hornkuhinitiative mit den Anzahl Rinder pro Gemeinde verglichen.

Ziel
Ziel ist es herauszufinden, ob ein themenübergreifender Zusammenhang zwischen der Situation in einer Gemeinde und den Resultaten einer entsprechenden eidgenössischen Abstimmung besteht.

Arbeitsschritte

Arbeitsschritt 1: Datensammlung

Nach Einigung über das zu bearbeitende Thema bestand der erste Schritt darin die dazu benötigten Daten ausfindig zu machen.

Für die Masseneinwanderungsinitiative benötigten wir Daten zu den Einwohner sowie deren Staatsangehörigkeit pro Gemeinde aus dem Jahr 2014. Weiter brauchten wir das Abstimmungsresultat jeder Gemeinde. Sämtliche Daten konnten online beim Bundesamt für Statistik bezogen werden.

Für die Hornkuhinitiative bezogen wir die aktuellen Einwohnerzahlen sowie die Anzahl Rinder pro Gemeinde ebenfalls beim Bundesamt für Statistik. Da die Abstimmung zu diesem Zeitpunkt nur wenige Wochen zurücklag konnten die Resultate noch nicht beim Bundesamt für Statistik bezogen werden. Sie waren jedoch online auf der Seite des Bundesrates abrufbar.

Zur Darstellung im GIS benötigten wir zudem Kartenmaterial mit den zum jeweiligen Jahr passenden Gemeindegrenzen. Für die Hornkuhinitiative konnten dazu die aktuellen Daten des Jahres 2018 online direkt bei swisstopo bezogen werden. Da immer wieder Gemeindefusionen stattfinden und sich die Gemeindegrenzen so von Jahr zu Jahr verändern, mussten für die Darstellung der Masseneinwanderungsinitiative die Gemeindegrenzen aus dem Jahr 2014 bezogen werden. Diese sind online nicht abrufbar. Nach einer schriftlichen Anfrage bei swisstopo wurden diese uns jedoch schnell zugestellt.

Arbeitsschritt 2: Datenaufbereitung

Die Daten enthielten mehr Informationen als zur Weiterbearbeitung benötigt wurden. Deshalb wurden übergeordnete Angaben zu Bezirk und Kanton manuell entfernt. Die zu vergleichenden Daten aus den verschiedenen Excel-Dateien wurden anhand der BFS-Nummer zusammengefügt. Da trotz des gleichen Erstellungsjahres teils die Gemeinden aufgrund von Fusionen nicht übereinstimmten, mussten diese in Handarbeit angepasst werden. Fehlende oder überschüssige Gemeinden wurden online recherchiert und im Excel angepasst.

Arbeitsschritt 3: Berechnungen im Excel

Masseneiwanderungsinitiative: Anhand der statistischen Daten zu Einwohner und Staatsangehörigkeit wurde für jede Gemeinde der Ausländeranteil in Prozent berechnet. Anschliessend wurde dieser in Relation zum Schweizer Schnitt gestellt. Um eine sinnvolle Darstellung zu gewährleisten wurde der Schweizer Schnitt als Nullpunkt definiert Liegt also der Ausländeranteil einer Gemeinde bei 24%, was dem schweizerischen Schnitt entspricht, so erhält diese den Wert 0. Hat eine Gemeinde einen tieferen Ausländeranteil, so wird der Wert grösser. Die dadurch erhaltene Abweichung vom Schnitt wurde mit dem Ja-Stimmen-Anteil zur Masseneinwanderungsinitiative addiert. Entsteht dabei ein Wert von 50 liegt die Gemeinde im Schnitt.

Hornkuhinitiative: Anhand den statistischen Daten zu den Einwohnern und der Anzahl Rinder pro Gemeinde wurde die Anzahl Rinder pro 1'000 Einwohner berechnet. Die erhaltene Zahl wurde mit dem schweizerischen Schnitt von 182 Rinder pro 1'000 Einwohner verrechnet. Da die Differenz, besonders in kleineren Gemeinden, zum Teil sehr hoch sein kann und die Abstimmungsresultate dadurch kaum ins Gewicht fallen würden, wurde der Erhaltene Wert durch zehn geteilt. Auch hier gilt, entspricht der Wert dem Schweizer Durchschnitt, so beträgt dieser 0. Die Werte wurden anschliessend mit dem Ja-Stimmen-Anteil addiert. Liegt der neu entstandene Wert bei 50 entspricht die Gemeinde dem schweizerischen Schnitt.

Arbeitsschritt 4: Datenexport

Um die Excel Dateien für ArcMAP lesbar zu machen wurden diese als csv-Datei abgespeichert.

Arbeitsschritt 5: Datenimport

Die Gemeindegrenzen «TLM-Hoheitsgebiet» aus dem entsprechenden Jahr sowie die dazugehörige csv-Datei werden importiert. Dies wird jeweils für die Masseneinwanderungsinitiative und die Hornkuhinitiative gemacht.

Arbeitsschritt 6: Daten zusammenfügen

Die csv-Datei und die Gemeindegrenzen werden anhand der BFS-Nummer zusammengefügt. Dabei dient die nationale Karte als Grundlage und die csv-Datei hat die Daten, die für die visuelle Darstellung notwendig sind. Bei diesem Arbeitsschritt werden die Daten über den Join miteinander vereint. Dafür wählt man bei der Karte und der Tabelle einen gemeinsamen Nenner, wie in unserem Fall die BFS-Nummer. Die Daten der Tabelle werden dann der nationalen Karte in den Daten hinzugefügt.


Arbeitsschritt 7: Datendarstellen

Um den Zusammenhang verständlich darzustellen werden sechs Karten erstellt. Jeweils drei pro Volksinitiative. Die erste davon zeigt denn Ausländeranteil beziehungsweise die Anzahl Rinder pro 1'000 Einwohner. Die zweite stellt die Abstimmungsresultate dar und die dritte und letzte Karte zeigt jeweils die in einem früheren Schritt berechneten Werte.

Für die Darstellung wird ein Blau-Weiss-Roter Farbverlauf gewählt, welcher mit dem Durchschnittswert weiss ist und je stärker der Wert vom Mittel abfällt, dunkler ins Blau oder Rot abfällt.

Resultat

Das Resultat der einzelnen Themen besteht jeweils aus 3 Karten. Die erste Karte zeigt die Resultate der eidgenössischen Abstimmungen. Die zweite Karte zeigt je nach Thema den Ausländeranteil respektive den Anteil an Kühen pro 1000 Einwohnern. In der jeweiligen dritten Karte zweigt dabei den Einfluss von Bevölkerungsanteilen respektive Kühen auf das Abstimmungsresultat.

Datenauswertung
Die Datenauswertung erfolgt aus neutraler und nicht wertender Sicht. Die Ergebnisse stellen die Realität dar und sind unverfälscht. Aus wissenschaftlichen Zwecken wollen wir ein möglichst unverfälschtes Bild erreichen. Daher kann es sein, dass gewisse Personengruppen oder Regionen in ein unvorteilhaftes Licht gerückt werden. Falls sich eine Person durch die Ergebnisse gestört fühlt, möchten wir Daraufhinweisen, dass es zu keinem Zeitpunkt das Ziel war den Personen zu nahe zu treten. In Berücksichtigung der vielen Personen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche und um möglichst neutral zu sein wird in den Farben blau und rot gearbeitet.

Karten

Abstimmungsresultat HKI
Legende Reusltat HKI

Karte 1 - Resultat Hornkuhinitiative
Die Karte zeigt die Resultate der eidgenössischen Abstimmung 25. November 2018. Je blauer die Gemeinde eingefärbt ist, desto höher war die Zustimmung. Ist die Gemeinde rötlich eingefärbt hat die Bevölkerung der Gemeinde die Initiative abgelehnt.
















Kuhanteil
Legende Kuhanteil

Karte 2 - Kuhanteil pro 1000 Einwohner
Die Karte zeigt den Anteil an Kühen pro Gemeinde. Je blauer die Gemeinde eingefärbt ist, desto höher ist der Anteil Kühe. Ist die Gemeinde rötlich eingefärbt liegt der Anteil Kühe unter 600 Kühe pro 1000 Einwohner.

















Vergleich HKI
Legende Vergleich HKI

Karte 3 - Vergleich Hornkuhinitiative
Die Karte zeigt einen Fiktiven Wert an, bei welchem die Resultate der Abstimmung mit dem Kuhanteil zusammengerechtet wurden. Eine stark blau eingefärbte Gemeinde hat einen tiefen Kuhanteil und erzielte einen hohen Ja-Anteil bei der Abstimmung. Bei den roten Gemeinden ist es gerade umgekehrt. Obwohl es viele Kühe hat haben viele der Stimmbürger Nein gestimmt.

















Abstimmungsresultat MEI
Legende Abstimmungsresultat MEI

Karte 4 - Resultat Masseneinwanderungsinitiative
Die Karte zeigt die Resultate der eidgenössischen Abstimmung 9. Februar 2014. Je blauer die Gemeinde eingefärbt ist, desto höher war die Zustimmung. Ist die Gemeinde rötlich eingefärbt hat die Bevölkerung der Gemeinde die Initiative abgelehnt.

















Ausländeranteil
Legende Ausländeranteil

Karte 5 - Ausländeranteil
Die Karte zeigt den prozentualen Ausländeranteil pro Gemeinde. Je blauer die Gemeinde eingefärbt ist, desto höher ist der Ausländeranteil. Ist die Gemeinde rötlich eingefärbt liegt der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung innerhalb der Gemeinde unter 24 Prozent. Dies entspricht dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.
















Vergleich MEI
Legende Vergleich MEI

Karte 6 - Vergleich Masseneinwanderungsinitiative
Die Karte zeigt einen Fiktiven Wert an, bei welchem die Resultate der Abstimmung mit dem Ausländeranteil zusammengerechtet wurden. Eine stark blau eingefärbte Gemeinde hat einen tiefen Ausländeranteil und erzielte einen hohen Ja-Anteil bei der Abstimmung. Bei den roten Gemeinden ist es gerade umgekehrt. Obwohl es einen grossen Ausländeranteil hat haben viele der Stimmbürger Nein gestimmt.
















Interpretation der Ergebnisse

Durch eine sorgfältige Auswertung der Daten wird eine spannende Ausgangslage erkennbar. Bei genauer Betrachtung der Daten wird ersichtlich, dass die Zustimmung zu einer Initiative höher ist, wenn man nicht direkt davon betroffen ist.

Fazit

Die Datenaufbereitung stellte sich als aufwendiger als erwartet heraus. Obwohl sämtliche Daten, mit einer Ausnahme, beim Bundesamt für Statistik bezogen werden konnte, stimmten diese nicht überein. Die Probleme entstanden durch Gemeindefusionen die nicht in sämtlichen Datensätzen überstimmen. Dadurch entstand ein erheblicher Mehraufwand, da eine manuelle Anpassung und Recherche notwendig war. Die Aufbereiteten Daten stimmten anschliessend nicht mit den Gemeinden aus den von swisstopo bezogenen Hoheitsgrenzen überein. Die Arbeit im ArcMap beschränkte sich auf wenige Befehle, was sich theoretisch in kurzen Arbeitszeiten wiederspiegeln sollte. Da wir jedoch mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, wurde der Arbeitsaufwand durch wiederholten Neubeginn stark in die Länge gezogen. Das Verknüpfen der Daten funktionierte aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur sporadisch. Verknüpfungen wurden Teils nach einem Neustart von ArcMap aufgebhoben.

Quellen

Die Daten zur Masseneinwanderungsinitiative stammen von:

Die Daten zur Hornkuhinitiative stammen von: